Krankheiten

Vitiligo eine stigmatisierende erkrankung

Was ist Vitiligo?

Bei der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) kommt es stellenweise zu einem Verlust des braunen Haut-Farbstoffes Melanin. Die Ursachen dieser Pigmentstörung sind nicht genau bekannt. Neben einer erblichen Veranlagung spielt möglicherweise eine Fehlregulation des Immunsystems eine Rolle. Wieso das Immunsystem die Melanozyten angreift, ist nicht bekannt. Auffällig ist, dass der Verlust des Pigmentes oft halbwegs symmetrisch auftritt (rechte und linke Körperhälfte).
Vitiligo ist nicht ansteckend. Die Hautveränderungen an sich stellen normalerweise auch kein gesundheitliches Problem dar. Viele Patienten empfinden sie jedoch als kosmetisch störend. Leider haben Betroffene auch immer noch mit Vorurteilen in ihrer Umgebung zu kämpfen.
Vitiligo kann mit einer Pilzerkrankung, der Pityriasis versicolor verwechselt werden. Diese Pilze (Malessia furfur) besiedeln die Haut vor allem im feuchten Milieu und treten deshalb vor allem bei Sportler/innen auf. Behandlung ist hierbei ziemlich einfach: Anti-Fungales Duschgel/ Shampoo und nach 2 Wochen ist der Pilz verschwunden. Die weißen Stellen können jedoch noch mehrere Monate länger bestehen, da sich das Pigment erst nachbilden muss.

Wer bekommt Vititigo?

Vitiligo ist eine relativ häufig auftretende Erkrankung, die meist zwischen dem 10. Und 30. Lebensjahr erstmalig auftritt. Grundsätzlich können sich die weißen Flecken an jeder Körperstelle bilden, jedoch zumeist beginnt die Erkrankung an den Händen, den Füßen oder im Gesicht. Auch behaarte Körperstellen und sogar Schleimhäute können betroffen sein. Manchmal ist schon eine Vorerkrankung wie Diabetes, Augen oder Schilddrüßenerkrankungen bekannt. Der bekannteste Promi mit Vitiligo war Michael Jackson, der sich anscheinend nur wegen seiner Erkrankung die Haut bleichen lies.

Warum entsteht Vitiligo?

Die Ursache von Vitiligo ist noch immer nicht gänzlich geklärt. Sowohl eine genetische, vererbbare Komponente als auch eine auto-immunologische Komponente werden diskutiert. Bei der auto-Immunologischen Komponente geht man davon aus, das körpereigene Antikörper Melanozyten zerstören. Man weiß jedoch nicht genau, welche Antikörper Vitiligo auslösen und warum nur spezielle Areale betroffen sind. Dementsprechend kann man auch keine Ursache, sondern nur die Symptome behandeln.

Wie wird Vitiligo behandelt?

Vitiligo ist leider nicht heilbar und wird deshalb vorwiegend symptomatisch behandelt.

  • Ärzte setzen hierbei oft auf Lichttherapie. Dabei wird die Haut mit einer speziellen Wellenlänge (UV-B) bestrahlt um die Bildung von Pigment anzuregen. In manchen Fällen kann diese Anregung zu einer Bräunung der weißen Flecken führen, in den meisten Fällen bleibt dieser Ansatz jedoch leider ohne Erfolg. Wer anspricht und wer nicht, kann man leider im Vorhinein nicht sagen.
  • Verstärken kann man diese Lichttherapie mit Psoralene. Diese spezielle Creme erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut und kann somit die Wirkung der UV-A Strahlen verstärken (PUVA-Therapie).
  • Ein essentieller aber oft leider zu wenig beachteter Faktor ist der Sonnenschutz. Einerseits können auch Vitiligo- Patienten Hautkrebs entwickeln und als zweiten, für den meisten fast noch wichtigeren Faktor, wird die umgebende Haut weniger gebräunt. Dadurch erscheinen die weißen Flecken weniger markant.
  • Zusätzlich dazu kann man durch eine lokale Hemmung des Immunsystems, wie z.B. durch Kortison-Cremen oder Calcipotriol einen positiven Einfluss auf die Vitiligo-Bildung haben. Diese Behandlungen zielen darauf ab, die immunologische Komponente von Vitiligo zu hemmen.
  • Als neue Methode, die noch nicht ausgereift ist, steht die Operation. Hierbei werden die betroffenen Hautstellen durch Derm-Abrasion entfernt. Ähnlich zu einer Schleif-Maschine wird die oberste Schicht der Haut entfernt. Danach kann man entweder eigene Haut oder Melanozyten aus nicht-betroffenen Stellen transplantiert. Diese Behandlung ist noch keine Standard-Therapie und wird nur selten angewandt. Sie sollte nur bei hohem Leidensdruck der Patienten angewandt werden.

DISCLAIMER

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und liefert lediglich einen Anhaltspunkt. Bitte frage deinen betreuenden Arzt um eine belastbare Diagnose und die entsprechende Therapie zu erhalten.
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